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Lesedauer 3 Min.

Neue Zahlwege, alte Gewohnheiten

Kontaktloses Bezahlen mit Karte gehört in Deutschland zum Alltag. Mobile Payment wächst, wird aber vor allem von jüngeren Verbraucherinnen und Verbrauchern genutzt. Der Zahlungsverkehr am Point of Sale verändert sich.
Kontaktlose Zahlung an der Kasse

Mobile Payment wächst, während kontaktloses Bezahlen mit Karte im Handel weiterhin Standard bleibt

© ChatGPT

Ob im Supermarkt, an der Tankstelle oder im kleinen Einzelhandel: Kontaktloses Bezahlen hat sich in Deutschland etabliert. 87 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher setzen ihre Bank- oder Kreditkarte inzwischen kontaktlos am Terminal ein. Für viele steht dabei vor allem der Komfort im Vordergrund. Mobile Payment über Smartphone, Smartwatch oder App entwickelt sich ebenfalls weiter, erreicht aber noch nicht dieselbe Verbreitung. Laut der aktuellen Postbank Digitalstudie 2026 zahlen 47 Prozent der Deutschen inzwischen auf diese Weise. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent.

Der Blick auf die Altersgruppen zeigt deutliche Unterschiede: Während 72 Prozent der unter 40-Jährigen Mobile Payment nutzen, sind es bei älteren Verbraucherinnen und Verbrauchern 36 Prozent. Besonders für jüngere Nutzerinnen und Nutzer ist das Smartphone beim Bezahlen zunehmend selbstverständlich. Knapp jede fünfte Person zwischen 18 und 39 Jahren nutzt mobiles Bezahlen laut Studie fast immer, wenn die Möglichkeit angeboten wird.

Der Grund für die Nutzung ist vor allem der Komfort. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben ihr Smartphone ohnehin dabei und sparen sich den Griff zur Bankkarte. Mobile Payment wird damit weniger als technische Neuerung wahrgenommen, sondern zunehmend als weiterer Bestandteil des digitalen Alltags.

Gleichzeitig bleibt die Karte das bevorzugte Zahlungsmittel vieler Menschen. Wer Mobile Payment ablehnt, nennt vor allem die Gewohnheit: 62 Prozent bevorzugen weiterhin klassische Zahlverfahren. Daneben spielen Sicherheits- und Datenschutzbedenken eine Rolle. 39 Prozent der Nichtnutzer sorgen sich etwa um den Verlust des Geräts oder einen möglichen Missbrauch ihrer Zahlungsdaten.

Auch beim kontaktlosen Bezahlen mit Karte gibt es vergleichbare Vorbehalte. Die breite Nutzung zeigt jedoch, dass Sicherheitsbedenken die Verbreitung kontaktloser Zahlverfahren bislang nicht ausgebremst haben.

„Die größte Hürde für Mobile Payment ist weniger die Sicherheit als die Gewohnheit“, sagt David Dommel, Leiter digitales Performance-Marketing der Postbank. „Wer das Bezahlen mit dem Smartphone im Alltag noch nicht ausprobiert hat, bleibt meist bei Karte oder Bargeld.“

Der Point of Sale wird vielfältiger

Während die kontaktlose Kartenzahlung inzwischen zum Standard gehört, etabliert sich Mobile Payment als zusätzliche Option – vor allem bei jüngeren Kundengruppen. Der Zahlungsverkehr am Point of Sale wird damit vielfältiger.

Für Kassensysteme und Payment-Infrastrukturen bedeutet diese Entwicklung, dass unterschiedliche Zahlverfahren parallel unterstützt werden müssen. NFC-fähige Terminals sind inzwischen eine Grundvoraussetzung, gleichzeitig gewinnen digitale Wallets und mobile Bezahllösungen weiter an Bedeutung.

Der Markt entwickelt sich damit nicht in Richtung einer einzelnen dominierenden Zahlungsmethode. Stattdessen bestehen klassische Karte, Smartphone und weitere digitale Verfahren nebeneinander. Entscheidend bleibt, dass die technische Infrastruktur diese unterschiedlichen Wege zuverlässig abbilden kann.

Hintergrund zur Postbank Digitalstudie 2026

Für die „Postbank Digitalstudie 2026 – die digitalen Deutschen“ wurden im Mai dieses Jahres 3.050 Einwohnerinnen und Einwohner befragt. Die Untersuchung analysiert seit zwölf Jahren Entwicklungen rund um Digitalisierung und digitale Finanzthemen.

Die Stichprobe wurde nach Bundesland, Alter und Geschlecht gewichtet und orientiert sich am Zensus 2022 des Statistischen Bundesamtes. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.

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