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Lesedauer 3 Min.

DHL nimmt US-Versand für Geschäftskunden wieder auf

Nach nur vier Wochen Unterbrechung bietet die Deutsche Post DHL den postalischen Warenversand in die USA erneut an. Möglich wird das durch ein neues Zollverfahren – verbunden mit zusätzlichen Pflichten und Kosten für Händler.
© (Quelle: DHL)

Der Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland der DHL Group öffnet den Postweg in die USA wieder: Ab 25. September können Geschäftskunden ihre Waren erneut per DHL Paket International verschicken. Der Versand war seit dem 22. August ausgesetzt, weil neue Zollvorschriften der US-Regierung den bisherigen Prozess unmöglich machten.

Kern der Wiederaufnahme ist der Service „Postal Delivered Duty Paid“ (PDDP). Dabei übernimmt der Absender alle Einfuhrabgaben im Voraus. DHL hat das Verfahren bislang nur in einzelne europäische Länder angeboten und innerhalb weniger Wochen auf die USA ausgeweitet. Notwendig war eine komplette Neuausrichtung der Daten- und Zollprozesse, um die Anforderungen der US-Behörden zu erfüllen.

Für Geschäftskunden bedeutet das konkret:

  • Jede Sendung bis 800 US-Dollar Warenwert ist zollpflichtig.
  • Die Nutzung des PDDP-Service ist obligatorisch, er kostet zwei Euro pro Sendung.
  • Hinzu kommen die Gebühren der beauftragten „Qualified Party“ sowie die fälligen Zölle, die nach der ad-valorem-Methode berechnet werden.
  • Vollständige und korrekte Zolldaten – insbesondere Zolltarifnummern und Ursprungsland – sind Pflicht.

Die Paketpreise selbst bleiben nach Angaben von DHL stabil. Zusätzliche Kosten entstehen allein durch die Zollabgaben, die seit Ende August für praktisch jede Warensendung anfallen.

Privatsendungen bleiben außen vor: Pakete von Privatpersonen an Privatpersonen mit einem Wert bis 100 US-Dollar, die als Geschenk deklariert sind, können weiterhin zollfrei verschickt werden. Auch der Versand von Dokumenten bleibt unverändert. Für kommerzielle Versender gilt die neue Regelung jedoch verbindlich.

Bezug zur Aussetzung im August

Noch im August hatte DHL – wie andere Postgesellschaften weltweit – den Versand in die USA gestoppt. Damals fehlten verbindliche Abläufe für die neue Zollpraxis. Hintergrund ist eine Executive Order der US-Regierung, die die jahrzehntelang geltende Zollfreigrenze („De Minimis“) von 800 US-Dollar aufgehoben hat. Damit sollen nach offiziellen Angaben Schmuggel und Einnahmeverluste eingedämmt werden.

Für deutsche Geschäftskunden bedeutet die Wiederaufnahme nun mehr Planbarkeit, aber auch höhere Kosten und administrativen Aufwand. Für Verbraucher in den USA dürfte sich der Wegfall der Freigrenze vor allem bei kleineren Bestellungen bemerkbar machen, die künftig spürbar teurer werden.

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