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TV und Internet: Vodafone verringert die Latenzzeiten im Kabelnetz

Mit dem "Jubel-Booster" will Vodafone Live-Bilder verzögerungsfreier in seinem Kabelnetz übertragen. Eine weitere Technologie ist der "Latenz-Booster", der die Reaktionszeiten bei Videokonferenzen oder beim Gaming reduzieren soll.
Vodafone Jubel-Booster
© Vodafone

Mit neuen technischen Optimierungen will Vodafone sein TV-Kabelnetz schneller machen. So kommt rechtzeitig zur Fußball-WM der so genannte "Jubel-Booster": Zuschauer, die über das Kabelnetz die von ARD und ZDF übertragenen WM-Spiele empfangen, sehen die Tore und Spielszenen auf ihrem Fernseher damit dank einer geringeren Latenzzeit eher als es bislang über das Kabelnetz technisch möglich war. 

Bisher gab es gegenüber dem alten analogen Fernsehen immer wieder Verzögerungen, da die digitalen Signale erst wieder auf die jeweiligen Endgeräte angepasst werden müssen. Besonders stark ist dieser Effekt beim Internet-Fernsehen mit teilweise mehr als 20 Sekunden. Für die WM-Übertragungen von ARD und ZDF nutzt Vodafone jetzt ein besonders früh verfügbares TV-Signal der Sender und verteilt es direkt im Kabelnetz – ohne zusätzliche Verarbeitungsschritte. Dadurch entfallen weitere Verzögerungen in der Signalaufbereitung. Die Live-Bilder sollen so rund zwei Sekunden früher im Wohnzimmer ankommen als bislang.

Ein weiteres Problem, die zu lange Latenzzeit bei Spielen und Videokonferenzen, geht Vodafone mit dem "Latenz-Booster" für sein Kabelnetz an. Die Technologie soll die Reaktionszeiten für zeitkritische Anwendungen unter Last um mehr als die Hälfte reduzieren. Das soll sich künftig vor allem in Stoßzeiten positiv bemerkbar machen. 

Bis Oktober schaltet Vodafone den Latenz-Booster in rund 45 Prozent des Kabelnetzes frei – und damit für rund 12 Millionen Haushalte. Dann kommen auch die passenden Firmware-Updates für erste Kabelrouter. Der Booster soll schrittweise an immer mehr Stellen im Netz freigeschaltet werden, sodass in rund zwei Jahren das gesamte Netz mit 24 Millionen Haushalten von der neuen Technologie profitieren könnten.

So funktioniert der Latenz-Booster (technisch: Low-Latency DOCSIS) im Netz: Speziell gekennzeichnete Datenströme bekommen im Netz eine Art Überholspur zugeteilt. Besonders zeitkritische Anwendungen – zum Beispiel Videotelefonie, Online-Gaming oder Cloud Anwendungen – werden latenzoptimiert behandelt. Ihre Datenpakete werden nicht mehr aufgehalten, wenn im Hintergrund große Datenmengen wie Downloads oder Updates laufen. Die Verbesserung passiert direkt im Netz, ein Austausch von Leitungen oder Routern ist nicht nötig.

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