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Umbau statt Ausschüttung: Expert spart für Stabilität

Die Gesellschafter verzichten auf Dividende und stocken das Eigenkapital auf. Parallel laufen Investitionen in digitale Prozesse und Logistik, um die Kooperation im schwierigen Marktumfeld wetterfest zu machen.

Der Vorstand der Expert SE (v.l.n.r.): Daniela Schreckling (Finanzen), Holger Pöppe (Vertrieb), Stefan Müller (Vorsitzender), Christoph Komor (Einzelhandel)

© (Quelle: Expert SE)

Die Elektronikbranche bleibt unter Druck: sinkende Nachfrage, harter Wettbewerb im Onlinehandel und neue Unsicherheiten durch den geplanten Einstieg von JD.com bei Ceconomy. Auch Expert spürt die Belastungen. Im Geschäftsjahr 2024/25 sanken die Innenumsätze um 2,2 Prozent auf rund 2,15 Milliarden Euro. Auf der Hauptversammlung in Göttingen legte der Vorstand Zahlen und Maßnahmen vor, mit denen die Kooperation gegensteuern will.

Digitalisierung und neue Systeme

Im Mittelpunkt steht der Umbau der Strukturen. Zentrale und Regiebetriebe werden reorganisiert, um schneller und effizienter zu arbeiten. Gleichzeitig fließt Geld in digitale Systeme: elektronische Preisschilder, das optimierte Supply-Chain-Portal „expert NEO“, das Serviceportal „SARA“ und eine neue Aussteller-App sollen Abläufe verbessern und den Händlern helfen, Restposten oder Retouren besser zu vermarkten. Bis Ende September waren damit bereits über 34.000 Geräte erfasst und verkauft.

Auch der stationäre Auftritt wird erneuert. 65 Standorte mit insgesamt knapp 98.000 Quadratmetern Verkaufsfläche werden modernisiert, um Kunden ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis zu bieten. Ergänzend startet der Außendienst im Herbst eine Aktion zur digitalen Sichtbarkeit in den Regionen – ein Versuch, die Lücke im Onlinegeschäft etwas zu schließen.

Logistik als Wettbewerbsvorteil

Wichtiger Hebel ist zudem die Logistik. Expert hat den Eigenanteil der Auslieferungen von Großgeräten auf inzwischen ein Viertel gesteigert. Das Netzwerk deckt 72 Prozent Deutschlands ab, ab April 2026 kommen weitere 5.400 Quadratmeter Lagerfläche hinzu. Damit sollen Lieferqualität und Geschwindigkeit verbessert werden, gerade in der Hochsaison.

Finanziell sendete die Hauptversammlung ein klares Signal: Die Gesellschafter beschlossen einen Dividendenverzicht und führten zusätzliches Kapital zu. Damit soll das Eigenkapital gestärkt und die Handlungsfähigkeit gesichert werden. „Dies ist ein starkes Zeichen für das Vertrauen in unsere Kooperation“, betonte Finanzvorständin Daniela Schreckling.

Blick in die Ausstellungshalle in der Lokhalle Göttingen mit zahlreichen Industrie- und Dienstleistungspartnern

© Quelle: Expert SE

Rund 2.000 Teilnehmer waren in Göttingen vor Ort, darunter knapp 200 Aussteller. Ein Höhepunkt war die Verleihung der Expert-Star-Awards an Industrie- und Dienstleistungspartner. Miele erhielt als „Platin-Star“ die höchste Auszeichnung, weitere Preise gingen unter anderem an Samsung, Vodafone, Lenovo und Sony.

Der Ausblick bleibt vorsichtig. Expert setzt auf Impulse durch das Jahresendgeschäft, das Support-Ende von Windows 10 im Herbst 2025 und sportliche Großereignisse. Ob diese Faktoren reichen, die strukturelle Schwäche im Digitalgeschäft auszugleichen, wird sich zeigen.

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