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Lesedauer 4 Min.

Telefónica Deutschland definiert Geschäftsfelder der Zukunft

Santiago Argelich Hesse, der neue Deutschland-Chef von Telefónica, hat Journalisten einen interessanten Einblick in die Konsolidierungsstrategie für sein Unternehmens gegeben und die Felder für das angestrebte Wachstum definiert.
O2-Tower in München
© Telefónica Deutschland/Pixabay/fcja99/Pixabay Lizenz, Ausschnitt bearbeitet

Hoch oben über den Dächern von München hatte der Deutschland-Chef von Telefónica Santiago Argelich Hesse einige deutsche und spanische Journalisten zum Gespräch über die Strategie des Netzbetreibers geladen, die unter dem Namen „Transform & Grow“ steht. Der COO Mallik Rao erklärte dazu, welche Rolle die Künstliche Intelligenz bei der Transformation spielen soll.

Im Mittelpunkt stehen Wachstum im Geschäftskunden- und Partnergeschäft, ein erweitertes Angebot für Privatkunden und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Weiterentwicklung von Produkten, Services und Geschäftsprozessen. Die Restrukturierung, die auch vorerst in diesem Jahr 1.100 Stellen im Unternehmen kostet, sei laut Hesse unerlässlich in einen gesättigten deutschen Mobilfunkmarkt, in dem auch noch hohe Investitionen in KI-Infrastruktur nötig sind. Der CEO rechnet nach „der Wende“ 2027 für 2028 mit einer Konsolidierung, wenn die Programme ihr Wirken entfaltet haben.

Der Deutsch-Spanier sieht insbesondere im Geschäft mit Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern große Wachstumschancen, allerdings auch weil man von einer eher kleinen Basis komme. Der Bedarf an Telekommunikationsangeboten nimmt zu, die den Anforderungen moderner Unternehmen und Institutionen umfassend gerecht werden. Telefónica Deutschland will sich deshalb stärker als relevanter Digitalisierungspartner für Unternehmen und Behörden positionieren. Der Fokus liegt auf Branchen mit hohem Digitalisierungsbedarf, darunter Handel und Logistik.

Santiago Argelich Hesse, CEO Telefónica Deutschland

Santiago Argelich Hesse, CEO Telefónica Deutschland

© Telefónica Deutschland

Parallel soll das Partnergeschäft weiterentwickelt werden. Telefónica Deutschland baut bestehende erfolgreiche Partnerschaften konsequent aus und erschließt gleichzeitig neue Kooperationsmodelle für Industrieunternehmen, Technologieanbieter und digitale Plattformen. Mit jahrzehntelanger Erfahrung im Wholesale- und Partnermarkt verfügt das Unternehmen über die Expertise, um Partner beim Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle zu begleiten. 

Hesse verweis vor allem auf den Erfolg von Aldi Talk bei den Endkunden, auf den man aufbauen und weiterentwickeln wolle. Der größte deutsche Mobilfunkdiscounter mit rund zehn Millionen „sehr zufriedener und treuer Kunden“ könnte künftig auch mehr Produkte von Telefónica wie Glasfaser oder TV anbieten und nicht mehr nur Prepaid-Angebote mit Mobilfunk im Netz der Münchner.

Neben etablierten Partnerschaften arbeitet Telefónica Deutschland zudem an neuen Modellen für Industrieunternehmen und will Kooperationen mit aufstrebenden digitalen Akteuren erschließen. 5G-Lösungen wie mit dem Industriekonzern Siemens zeigen, wie Netz- und Technologiekompetenz neue digitale Geschäftsmodelle ermöglichen.

Umfassendere Produkte für Privatkunden

Im Privatkundengeschäft verfolgt Telefónica Deutschland das Leitmotiv „All products, all customers“. Ziel ist es, den Kunden passgenaue Pakete anzubieten. Das umfasst das Portfolio aus Mobilfunk, Festnetz, TV, Entertainment, Sicherheit und weitere digitalen Services. Bereits in der Vermarktung gestartete konvergente Offerten wie die „O2 Plus Bundles“ bilden dabei die Grundlage für zusätzliche digitale Services, gestärkte Kundenbeziehungen und weiteres Wachstum.

Während die „mittlere Marke“ Blau künftig vor allem durch den Einsatz der KI im Kundensupport kostengünstiger aufgestellt werden soll und gegen Congstar oder 1&1 antritt, will Hesse die Kernmarke O2 weiter in den Premium-Bereich bringen und dort weiter mehr menschlichen Kundenkontakt bieten, was aber auch seinen Preis habe. Grundsätzlich sähen die Kunden O2 noch zu stark als reine Mobilfunkmarke, das soll künsftig erweitert werden.

„Vertrauen wird zu einem der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft. Genau hier wollen wir den Unterschied machen. Wir investieren nicht nur in Netze, digitale Plattformen und Künstliche Intelligenz, sondern insbesondere in starke Partnerschaften und enge Beziehungen zu unseren Kundinnen und Kunden“, sagte Santiago Argelich Hesse.

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