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Lesedauer 3 Min.

Studie: Starlink bleibt Glasfaser klar unterlegen

Eine Untersuchung der TH Mittelhessen im Auftrag des Glasfaserverbands Breko zeigt deutliche Nachteile von Satelliteninternet gegenüber Glasfaser. Nur für abgelegene Haushalte kann Starlink eine Option sein.

Das Satelliteninternet von Starlink steht im Fokus einer Studie der TH Mittelhessen im Auftrag des Glasfaserverbands Breko

© (Quelle: shutterstock / Juan Alejandro Bernal)

Seit 2021 ist der Dienst Starlink auch in Deutschland verfügbar. Mit Internetverbindungen über Satelliten will das Unternehmen von Elon Musk eine Alternative zu Festnetz und Mobilfunk bieten. Eine aktuelle Studie der Technischen Hochschule Mittelhessen, die vom Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) beauftragt wurde, hat nun die Leistungsfähigkeit untersucht. Das Ergebnis: Für die breite Versorgung ist Satelliteninternet keine gleichwertige Lösung.

Die Studie weist eine Gesamtkapazität von 377 Tbit/s für Starlink in Deutschland aus. Damit lassen sich nach Berechnungen aktuell rund 200.000 Kunden mit 100 Mbit/s oder 20.000 Kunden mit 1 Gbit/s versorgen. Selbst bei einem späteren Ausbau auf 42.000 Satelliten wären es maximal 13 Millionen Kunden mit 100 Mbit/s. Zum Vergleich: Allein die Glasfaseranbieter im Breko investieren jährlich Milliardenbeträge in Anschlüsse, die dauerhaft höhere Bandbreiten ermöglichen.

Auch beim Energieverbrauch zeigen sich Unterschiede: Während ein Glasfasermodem im Schnitt 9 bis 10 Watt benötigt, liegt die Leistungsaufnahme der Starlink-Antenne bei 50 bis 100 Watt. Hinzu kommen eine Latenz von 40 bis 50 Millisekunden gegenüber 2 bis 10 Millisekunden bei Glasfaser sowie Einschränkungen durch Wetter oder Hindernisse. Für viele Haushalte erschwert zudem der Installationsaufwand den Zugang.

„Internet per Satellit ist aktuell keine echte Konkurrenz zu den bestehenden Festnetz- und Mobilfunktechnologien, insbesondere per Glasfaser und 5G“, sagte Studienautor Prof. Kristof Obermann. „In der Fläche führt kein Weg am Glasfaserausbau vorbei.“ Eine Ausnahme sieht er jedoch bei besonders abgelegenen Gebäuden, bei denen ein Glasfaseranschluss trotz Förderprogrammen unverhältnismäßig teuer wäre. Hier könne Satelliteninternet digitale Teilhabe sichern.

Neben der stationären Nutzung verweisen die Autoren auch auf die Direct-to-Cell-Technologie, mit der Starlink künftig weltweit Mobilfunkdienste bereitstellen will. Die Datenraten seien zwar begrenzt, dennoch eröffnet sich hier Potenzial für die Grundversorgung in Regionen ohne Mobilfunknetze.

Die komplette Studie ist über den Breko abrufbar.

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