Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Streit um 6-GHz-Band spitzt sich zu

Breko, BDEW und VKU kritisieren die Empfehlung der RSPG zur Aufteilung des oberen 6-GHz-Bands. Hintergrund ist ein grundlegender Konflikt zwischen Mobilfunk- und WLAN-Interessen – mit Folgen für Glasfaser, Netzqualität und digitale Infrastruktur.
© (Quelle: shutterstock / Inovational World)

Die Verbände Breko, BDEW und VKU wenden sich gemeinsam gegen die jüngste Empfehlung der Radio Spectrum Policy Group (RSPG) zur Nutzung des oberen 6-GHz-Bands (6,425–7,125 GHz). Die RSPG schlägt vor, rund 540 MHz für Mobilfunkanwendungen zu priorisieren und lediglich 160 MHz bis mindestens 2027 für unlizenzierte WLAN-Nutzung offenzuhalten. Aus Sicht der Verbände würde diese Entscheidung den Ausbau leistungsfähiger lokaler Netze behindern und die digitale Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Sie fordern die EU-Kommission auf, die Empfehlung zu prüfen und frühzeitig einen Rahmen zu schaffen, der 320 MHz für lizenzfreie WLAN-Nutzung sicherstellt.

Mobilfunk gegen WLAN – ein grundlegender Zielkonflikt

Der Konflikt rührt daher, dass das obere 6-GHz-Band künftig für zwei zentrale Technologien relevant ist: Einerseits für 5G- und perspektivisch 6G-Netze, andererseits für moderne WLAN-Standards wie Wi-Fi 7. Letzterer benötigt 320-MHz-Kanäle, die nur bei ausreichend großem, durchgehendem Spektrum umsetzbar sind. Gleichzeitig läuft in deutschen Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ein Großteil des Datenverkehrs über WLAN. Branchenverbände argumentieren, dass ein starkes WLAN die logische Ergänzung zum Glasfaserausbau sei – ohne ausreichend breites Spektrum könnten Anwendungen wie Virtual-Reality-Dienste, digitale Lernangebote oder vernetzte Produktion an Leistungsgrenzen stoßen.

Auf der anderen Seite verweisen Mobilfunkunternehmen und Teile der Politik auf steigende Anforderungen der Mobilfunknetze. Mit Blick auf kommende 6G-Anwendungen, verdichtete Netze in Ballungsräumen und wachsenden Bandbreitenbedarf sehen sie zusätzlichen Spektrumsbedarf im oberen 6-GHz-Bereich. Aus dieser Perspektive würde ein größerer exklusiver Bereich für Mobilfunk langfristig höhere Leistungsreserven schaffen. Die Bundesregierung hat signalisiert, dass sie den Bedarf im Mobilfunk an dieser Stelle aktuell höher bewertet als im WLAN-Segment.

Internationale Vergleiche und Zeitplan der EU

Der technische Hintergrund erschwert eine einfache Lösung: Eine parallele Nutzung des Spektrums durch Mobilfunk und WLAN ist kaum möglich, da beide Technologien sich gegenseitig stören würden. Deshalb stehen regulatorisch nur klare Zuteilungen oder Übergangsmodelle im Raum. Während die RSPG die Mobilfunkvariante favorisiert, verweisen zahlreiche Branchenvertreter auf internationale Beispiele wie die USA, Kanada oder mehrere südamerikanische Staaten. Dort wurde das gesamte 6-GHz-Band für unlizenzierte WLAN-Nutzung freigegeben – mit positiven Effekten für Geräteentwicklung und Anwendungen.

Wie die EU-Kommission mit der Empfehlung umgeht, ist offen. Die endgültige Harmonisierung soll grundsätzlich bis zur Weltfunkkonferenz 2027 vorbereitet werden. Die drei Verbände drängen jedoch auf eine frühere Entscheidung – mit dem Hinweis, dass Investitionen in Infrastruktur, Netze und Endgeräte bereits heute Planungssicherheit benötigen.

Neueste Beiträge

Glasfaserausbau kommt voran, aber Sorge um Investitionen
Die Marktanalsyse des Breko zeigt, dass der Ausbau der Glasfaser in Deutschland vorangeht. Allerdings zeigt der erstmals erstellte Geschäftsklimaindex Telekommunikation, dass die Unternehmen der Branche vor allem das Thema Investitionen mit Sorgen sehen.
4 Minuten
2. Sep 2026
IFA: Anker streicht seine Submarken für einen einheitlichen Auftritt
Der Elektronikhersteller Anker nutzt die IFA für seinen neuen Markenauftritt: Aus Anker, Soundcore, Solix und Eufy wird Anker. Dazu brachten die Chinesen zahlreiche neue Produkte mit nach Berlin.
5 Minuten
3. Sep 2026
Breko eG wird Partner der communicate
Die Breko Einkaufsgemeinschaft eG wird 2026 Partner der communicate. Mitglieder der genossenschaftlichen Einkaufsplattform für Netzbetreiber und Stadtwerke im Glasfaserausbau erhalten dadurch spezielle Konditionen für die Teilnahme an leat con und night of communicate.
2 Minuten
TH-Newsletter-Web-1920x1080.jpg

Die Top-News des Tages direkt aus der Redaktion

mit dem Telecom Handel Newsletter

Das könnte Sie auch interessieren

Das sind die Smartphone-Bestseller des ersten Quartals
Fünfmal Samsung, viermal Apple und einmal Xiaomi: Die Marktforscher von Counterpoint Research haben die weltweit im ersten Quartal des Jahres am häufigsten verkauften Smartphones ermittelt.
2 Minuten
7. Mai 2026
Telekom ermöglicht Festnetz-Telefonie über Mobilfunk
Die Lösung "Call Connect via Funk" der Deutschen Telekom ermnöglicht analoge Telefonie über das Mobilfunknetz. Hintergrund ist die schrittweise Ablösung alter Anschlusstechnik, die Alternativen für die Kunden, die vor allem telefonieren wollen, benötigt.
2 Minuten
13. Aug 2026
1&1 verliert Mobilfunkkunden, steigert aber das Ergebnis
Nach der Neuausrichtung seines Discount-Portfolios zählt 1&1 weniger Mobilfunkverträge. Auch der Service-Umsatz ging im ersten Halbjahr leicht zurück. Dennoch verbesserte der Anbieter sein Ergebnis deutlich und hält an der Prognose für 2026 fest.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige