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Glasfaser überschreitet 50-Prozent-Marke

Der Glasfaserausbau in Deutschland hat erstmals die 50-Prozent-Marke überschritten. Laut Breko-Markt­analyse 2025 wächst die Reichweite deutlich, getrieben vor allem von Wettbewerbern, während der Kupferausstieg weiter offen bleibt.

Bündel aus farbigen Mikroleerrohren für den Glasfaserausbau

© (Quelle: Shutterstock / Christian Schwier)

Der Glasfaserausbau in Deutschland erreicht einen symbolträchtigen Meilenstein: Erstmals sind mehr als die Hälfte aller Haushalte über Glasfaser erreichbar. Nach der aktuellen Breko-Markt­analyse 2025 liegt die Ausbauquote („Homes Passed“) zum 30. Juni bei 52,8 Prozent, fast zehn Punkte mehr als vor einem Jahr. Auch die Nutzung wächst: Die Anschlussquote („Homes Connected“) kletterte auf 27,3 Prozent; binnen zwölf Monaten entschieden sich 1,4 Millionen weitere Kunden für die schnellere Anbindung.

Nach Angaben des Verbands verläuft der Ausbau schneller als noch vor wenigen Jahren prognostiziert. Für das Jahr 2030 rechnet der Breko im konservativen Szenario mit einer Reichweite von 82 Prozent, im optimistischen mit bis zu 92 Prozent. Diese Spanne verdeutlicht, dass der Erfolg nicht nur von Baukapazitäten und Nachfrage abhängt, sondern auch von politischen Rahmenbedingungen wie etwa der Gigabitstrategie der Bundesregierung, die bis Ende des Jahrzehnts flächendeckendes Gigabit-Internet vorsieht.

Kontroverse um Kupferausstieg

Ein entscheidender Treiber ist der eigenwirtschaftliche Ausbau: Rund 88 Prozent der Glasfaseranschlüsse entstehen ohne staatliche Förderung. Die übrigen zwölf Prozent werden mit öffentlicher Unterstützung realisiert, häufig in ländlichen Regionen, wo der Ausbau wirtschaftlich schwieriger ist. Hier komme die Förderung „zielgerichtet und ergänzend“ zum Einsatz, so der Verband.

Anschluss- und Ausbauquote in den einzelnen Bundesländern

© Quelle: Breko

Brisant ist der Blick auf die Verteilung der Ausbauleistung. „Vor allem die Wettbewerber tätigen weiterhin substanzielle Investitionen in den Glasfaserausbau und sorgen dafür, dass die Ziele erreicht werden“, erklärte Breko-Präsident Thorsten Grütjen bei der Vorstellung der Analyse. Laut Verband versorgen Wettbewerber in ihren Ausbaugebieten im Schnitt über 75 Prozent der Haushalte.

Die Telekom weist den Vorwurf, hinter ihrem Potenzial zurückzubleiben, regelmäßig zurück und verweist auf ihre bundesweite Ausbauverantwortung. Sie lehnt ein von Wettbewerbern gefordertes „Antragsrecht“ auf Abschaltung des Kupfernetzes ab. Ohne verbindliche Fristen bleibt der Umstieg in Deutschland freiwillig – anders als in Ländern wie Spanien, wo das Kupfernetz Ende 2025 abgeschaltet wird, oder Schweden, das bis 2026 weitgehend umstellt.

Sicherheit und Marktstruktur

Neben Ausbau- und Wettbewerbspolitik rückt die Breko-Analyse auch die Sicherheit der Netze in den Fokus. Glasfaserinfrastrukturen gelten als besonders widerstandsfähig, dennoch nehmen die Cyberbedrohungen zu. Angriffe auf kritische Infrastrukturen können gravierende Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft haben. Der Verband fordert daher verbindliche Mindeststandards für Netzbetreiber und eine enge Abstimmung mit Sicherheitsbehörden. „Wir brauchen ein Sicherheitsniveau, das dem Stellenwert der Glasfasernetze als Lebensadern unserer digitalen Gesellschaft gerecht wird“, so Grütjen.

Der deutsche Glasfasermarkt bleibt zudem stark fragmentiert: Über 300 Unternehmen haben Ausbauprojekte gemeldet, die meisten mit regionalem Fokus. Nur 19 Anbieter bauen in vier oder mehr Bundesländern und gelten damit als national tätig. Langfristig rechnet der Verband mit einer Konsolidierung, nicht zuletzt, weil sich der Ausbau erst ab einer gewissen Größe wirtschaftlich trägt.

Mit dem Überschreiten der 50-Prozent-Marke hat der Glasfaserausbau eine psychologische Schwelle genommen. Ob das Ziel eines nahezu flächendeckenden Netzes bis 2030 erreicht wird, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab: der Investitionsbereitschaft der Anbieter, der Nachfrage seitens der Haushalte sowie politischen Entscheidungen, etwa zur Zukunft des Kupfernetzes.

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