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EWE setzt künftig auf das O2-Netz

Nachdem EWE und Telefónica Deutschland Anfang Juni ihre Zusammenarbeit beim 5G-Ausbau im Nordwesten Deutschlands bekanntgegeben hatten, folgt nun der nächste Schritt: Künftig bezieht EWE Mobilfunkvorleistungen von Telefónica Deutschland. Die Oldenburger vermarkten ihre Mobilfunkangebote damit künftig auf Basis des O2-Netzes.
Jörg Kablitz, Chief Partner & Wholesale Officer bei Telefónica Deutschland

Jörg Kablitz, Chief Partner & Wholesale Officer bei Telefónica Deutschland, sieht in der Zusammenarbeit mit EWE Potenzial für weiteres Wachstum im Privat- und Geschäftskundengeschäft

© Telefónica Deutschland

Telefónica Deutschland und EWE bauen ihre Zusammenarbeit weiter aus. Während die beiden Unternehmen bislang vor allem beim Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur kooperierten, wird Telefónica nun auch strategischer Partner für Mobilfunkvorleistungen. EWE betreibt kein eigenes Mobilfunknetz und setzt für seine Mobilfunkangebote traditionell auf die Infrastruktur eines Netzbetreibers.

Bereits Anfang Juni hatten beide Unternehmen eine Kooperation beim Ausbau des 5G-Netzes im Nordwesten Deutschlands angekündigt. Damals vereinbarten die Partner, bestehende Glasfaser- und Mobilfunkinfrastrukturen stärker miteinander zu verzahnen. EWE stellt dabei unter anderem Glasfaseranbindungen und Mobilfunkstandorte bereit, um den Ausbau des Telefónica-Netzes insbesondere in ländlichen Regionen zu beschleunigen. Über die Hintergründe berichtete Telecom Handel bereits hier: „Telefónica und EWE bauen gemeinsam 5G im Nordwesten aus“.

Mobilfunkgeschäft kommt hinzu

Mit der jetzt bekanntgegebenen Vereinbarung wird die Zusammenarbeit auf das eigentliche Mobilfunkgeschäft ausgeweitet. Künftig nutzen Mobilfunkkundinnen und -kunden von EWE das Netz von Telefónica Deutschland.

„Mit EWE gewinnt Telefónica Deutschland einen starken regionalen Wholesale-Partner mit hoher Marktpräsenz und enger Kundennähe“, erklärt Jörg Kablitz, Chief Partner & Wholesale Officer von Telefónica Deutschland. Die Partnerschaft verbinde regionale Marktstärke mit einer skalierbaren Mobilfunkinfrastruktur und eröffne „neue Wachstumsmöglichkeiten im Privat- wie im Geschäftskundenmarkt“.

Auch EWE sieht Vorteile für das eigene Mobilfunkangebot. „Mit der Entscheidung für den Einkauf von Mobilfunkvorleistungen im Telefónica-Netz verbessern wir unser Mobilfunkangebot deutlich“, sagt Norbert Westfal, Sprecher der Geschäftsführung der EWE TEL GmbH. Kunden profitierten von einer hohen Netzabdeckung, moderner 5G-Technologie und neuen Tarifangeboten.

Fokus auch auf Geschäftskunden

Beide Unternehmen heben zudem die Chancen im Geschäftskundensegment hervor. EWE verfügt insbesondere im Nordwesten Deutschlands über enge Beziehungen zu regionalen Unternehmen. Telefónica bringt auf der anderen Seite Mobilfunk- und Vernetzungslösungen für Unternehmenskunden ein.

In der gemeinsamen Mitteilung nennen die Partner unter anderem Anwendungen auf Basis von 5G Network Slicing, Campus-Netzen, SD-WAN-Konnektivität und Internet-of-Things-Lösungen (IoT). Unternehmen könnten damit Produktionsanlagen vernetzen, Standorte verbinden oder datenintensive Anwendungen betreiben.

Mit dem Netzwechsel steht inzwischen auch ein erster Zeitplan fest. Wie das Tarifportal Tariffuxx berichtet, erhalten Neukunden ab 1. Juli 2026 Mobilfunkangebote auf Basis des O2-Netzes. Für Bestandskunden, die derzeit das Vodafone-Netz nutzen, plant EWE demnach ab September 2026 eine schrittweise Migration. Die Kunden sollen hierzu nach und nach entsprechende Wechselangebote erhalten.

Welche Auswirkungen der Wechsel auf bestehende Tarife und Vertragsbedingungen haben wird, ist bislang noch offen.

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