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Deutschland bleibt Schlusslicht bei refurbished

Eine europaweite Studie zeigt: Refurbished-Angebote sind zwar weitgehend bekannt, doch nur ein kleiner Teil der Nutzer greift darauf zurück. In Deutschland fällt die Nutzung besonders gering aus.

Refurbished-Smartphones: In Deutschland nutzt sie bisher nur jeder Vierte

© (Quelle: Vodafone)

Die Nachfrage nach wiederaufbereiteten Smartphones steigt langsam, bleibt aber hinter dem Potenzial zurück. Das zeigt die Studie „Refurbished statt neu: die zweite Chance fürs Smartphone“, die vom Vodafone Institut beauftragt und vom Wuppertal Institut wissenschaftlich begleitet wurde. In Deutschland hat bisher nur jeder Vierte (25 Prozent) ein refurbished Gerät gekauft und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt der fünf untersuchten Länder (Deutschland, Frankreich, Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich).

Zwei Drittel der Befragten kennen die Möglichkeit, ein generalüberholtes Smartphone zu erwerben. Tatsächlich genutzt haben diese Angebote aber nur rund ein Drittel. In Deutschland ist die Skepsis besonders groß. Gründe dafür sind Zweifel an der Leistungsfähigkeit, der Wunsch nach einer regulären Herstellergarantie oder schlicht Gewohnheit, ein neues Gerät zu kaufen. Positiv fällt auf: Wer sich einmal für refurbished entscheidet, bleibt meist dabei. Laut Studie planen 81 Prozent der bisherigen Käufer, auch künftig ein Gerät aus zweiter Hand zu wählen.

Generationenunterschiede deutlich

Die Bereitschaft, refurbished Smartphones zu kaufen, unterscheidet sich stark zwischen den Generationen. In Europa nutzen 37 Prozent der Gen Z refurbished Angebote, bei den Baby Boomern sind es nur 18 Prozent. Jüngere Konsumenten zeigen sich offener für Second-Hand-Konzepte, während ältere ihre Geräte oft länger behalten und erst bei Defekten ersetzen. Entsprechend liegt der Anteil älterer Smartphones bei den Jüngeren bei 21 Prozent, bei den Älteren bei 42 Prozent.

Damit ergeben sich für Händler zwei unterschiedliche Zielgruppen: Bei jungen Kunden kann das Thema Nachhaltigkeit ein starkes Verkaufsargument sein, während bei älteren Käufern die Langlebigkeit und Reparierbarkeit im Vordergrund steht.

Schubladen statt Recycling

Ein weiteres Problem betrifft die Weitergabe alter Geräte. Mehr als die Hälfte der Befragten behält ihr Smartphone nach dem Neukauf und lagert es ungenutzt in der Schublade. Nur acht Prozent werden recycelt oder in Zahlung gegeben. Angesichts der enthaltenen Rohstoffe wie Gold, Silber oder Kupfer ist das aus Sicht der Kreislaufwirtschaft eine verpasste Chance.

Hier sehen Experten Handlungsbedarf bei Industrie, Politik und Verbrauchern. Bessere Rücknahmeprogramme, Aufklärung und finanzielle Anreize könnten dazu beitragen, dass mehr Altgeräte in den Kreislauf zurückgeführt werden.

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