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Lesedauer 3 Min.

Deutscher Glasfasermarkt: Viel gebaut, wenig rentabel

Die aktuelle Studie „Glasfaser in Deutschland – Ein Markt unter Monetarisierungsdruck“ von PwC zeigt, dass die Betreiber sich statt wie bisher auf den Netzausbau jetzt stärker auf die Auslastung und Monetarisierung konzentrieren müssen, damit sich die Kosten amortisieren.
Glasfaserkabel und Geldscheine
© ChatGPT

Die deutsche Glasfaser-Industrie steht vor großen Herausforderungen. Zu Beginn bremsten langwierige Genehmigungsverfahren und Fachkräftemangel die Transformation. Heute belasten Insolvenzen, Restrukturierungen und Abschreibungen die Marktteilnehmer. Das zeigt die neue Studie „Glasfaser in Deutschland – Ein Markt unter Monetarisierungsdruck“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC). Aufbauend auf einer umfragebasierten Analyse zum Glasfaserausbau aus dem März 2025 und aktuellen Marktbeobachtungen zeigen die Analysten, wo der Markt steht und welche Wege aus der Krise führen.

„Der deutsche Glasfasermarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark auf den Ausbau der Netze fokussiert. Nun sind Netzauslastung und Monetarisierung die größten Herausforderungen der Branche“, sagt Michael Driemeyer, Director bei PwC. Besonders problematisch sind die geringen Aktivierungsquoten: Ein Großteil der errichteten Anschlüsse ist noch nicht aktiviert und monetarisiert sich damit nicht, aktuell liegt die Take-Up-Rate bei nur 27 Prozent. Das verlängert die Amortisationszeiten der bereits getätigten Investitionen und gefährdet zugleich den nächsten Ausbauschritt. Denn damit sich sowohl der bestehende Ausbau bis ins Gebäude (FTTB) als auch der geplante Ausbau bis in einzelne Wohnungen (FTTH) wirtschaftlich rechnen, ist eine schnelle Kundenaktivierung entscheidend.

Anbieter in der Preisfalle

Doch die Kundennachfrage bleibt hinter den hohen Erwartungen zurück. Viele Verbraucher empfinden bestehende VDSL- oder Kabelanschlüsse als ausreichend. Hinzu kommt oft eine mangelnde Kooperationsbereitschaft von Immobilieneigentümern, die den FTTH-Ausbau in Mehrfamilienhäusern häufig verzögern oder blockieren. Das Dilemma: Erhöhen Unternehmen die Preise, um ihre Investitionen zu refinanzieren, riskieren sie, die ohnehin schwache Nachfrage der Kunden noch mehr zu dämpfen.

„Der Glasfasermarkt befindet sich in der Krise. Die Unternehmen müssen ihre Strategie überprüfen, solange noch Handlungsspielraum besteht“, sagt Michael Driemeyer. Je nach Ausgangslage bieten sich laut PwC drei Wege an: Unternehmen mit ausreichender Marktposition sollten bestehende Netze durch gezielte Kundenaktivierung und marktorientierte Preise auslasten. Wer die nötige Größe allein nicht erreicht, kann über Open Access kooperieren, sich mit kleineren Netzen zusammenschließen oder Teile des Netzes vermieten. Und wenn das nicht trägt, sollte über einen proaktiven Verkauf nachgedacht werden, bevor aus einer schwierigen Situation eine aussichtslose wird.

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