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Cisco Digital Kompass 2025: Deutschland ist zu langsam

Fünf Jahre nach Corona – die Pandemie hatte für einen Digitalisierungs-Boost gesorgt – hat Cisco eine Studie zum Thema ermittelt. Das Ergebnis: In Deutschland scheint es eine gewisse Digitalmüdigkeit zu geben, doch nicht in allen Bereichen.
© (Quelle: SomYuZU / Shutterstock)

Wir erinnern uns wohl noch alle: Im März 2020 wurden wegen Corona die Schüler ins Homeschooling geschickt, Mitarbeiter, so weit es möglich war, ins Homeoffice. Videokonferenzen, von vielen vorher noch möglichst gemieden, gehörten von einem Tag zum anderen zum Alltag. Ein Boom für die Digitalisierung glaubten damals viele. Doch was ist davon geblieben? Eine Cisco-Studie schaut hinter die Kulissen.

Zuerst einmal die guten Nachrichten: Die Verfügbarkeit von Gigabit-Anschlüssen (1.000 Mbit/s) erhöhte sich von 2019 bis 2024 von rund 43 Prozent auf etwa 75 Prozent der Haushalte. Bemerkenswert ist der Anstieg der reinen Glasfaseranschlüsse (FTTH/B) von etwa zwölf Prozent auf 32 Prozent im gleichen Zeitraum. Aber: Auch wenn die tatsächliche Nutzung von Glasfaseranschlüssen ebenfalls gestiegen ist (von 1,4 Millionen auf 4,2 Millionen Haushalte), entspricht das nur elf Prozent der Bevölkerung, die diese Möglichkeit auch aktiv nutzen. Dies könnte vor allem daran liegen, dass den meisten Haushalten der günstigere XDSL-Anschluss einfach ausreicht.

Kritisch ist hingegen ein weiteres Ergebnis der Studie – und das betrifft die Cybersicherheit: Nur zwei Prozent der Unternehmen besitzen den höchsten Reifegrad, so der Cisco Cybersecurity Readiness Index 2024. Ein Jahr zuvor waren noch elf Prozent der deutschen Unternehmen bestmöglich auf Angriffe vorbereitet – allerdings haben sich die Anforderungen durch KI seitdem auch deutlich erhöht. Der jährliche Gesamtschaden ist von 2019 bis 2024 von 103 Milliarden auf 267 Milliarden Euro angewachsen.

Auch auf staatlicher Ebene gibt es Licht und Schatten. So hat sich während Corona die Nutzungsrate von Diensten für E-Government und digitale Verwaltung von 40 Prozent im Jahr 2018 auf 54 Prozent 2020 erhöht, bleibt aber seitdem auf diesem Niveau (56 Prozent im Jahr 2024). Die Schweiz (66 Prozent) und Österreich (75 Prozent) sind hier deutlich weiter.

Klar verbessert hat sich die digitale Ausstattung der Schulen. Während 2020 erst 37 Prozent der Schulen über Laptops oder Tablets für zumindest einige Klassen verfügten, waren es 2023 schon 90 Prozent. Offen ist indes, wie sehr diese Angebote auch genutzt werden – und vor allem, ob und wie den Schülern diese digitalen Angebote zur Verfügung gestellt werden. Denn es besteht durchaus ein Unterschied, ob in einkommensstarken Vierteln und Regionen die Eltern Tablets bereitstellen, oder ob auf Geräte der Schule zurückgegriffen werden muss.

Eine Umfrage unter 2.000 Deutschen im Dezember 2024 ergab, dass der Gewinner bei den digitalen Technologien seit Corona das kontaktlose Bezahlen ist. Befragt nach der Nutzung, gaben 41 Prozent der Bundesbürger an, ihre Rechnungen häufiger per Karte oder mit Handy-Apps zu begleichen. Auf Platz zwei liegen digitale Bürgerservices, die 33 Prozent häufiger nutzen, knapp vor KI-basierten Helfern und Video-Streaming (je 32 Prozent). Zu den Verlierern gehört die Telemedizin. Zwei Drittel haben diesen Dienst noch nie genutzt. Etwa die Hälfte verwendet nie Angebote für digitale Fitness (51 Prozent) und E-Learning (50 Prozent).

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