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Ceconomy steigert Umsatz vor JD.com Einstieg

Die Mutter von MediaMarkt und Saturn hat im Sommerquartal Umsatz und Ergebnis gesteigert. Der geplante Einstieg vonJD.comkönnte den Konzernumbau beschleunigen.

MediaMarkt und Saturn: Die Elektronikketten bilden das Kerngeschäft der Ceconomy AG

© (Quelle: MediaMarktSaturn)

Die Ceconomy AG hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 trotz verhaltener Konsumstimmung zulegen können. Von April bis Juni stieg der bereinigte Umsatz um 5,1 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt legte das Geschäft in allen Vertriebskanälen zu. Der saisonal übliche operative Verlust fiel mit 31 Millionen Euro geringer aus als im Vorjahresquartal (minus 51 Millionen Euro). In den ersten neun Monaten summierte sich der Gewinn auf EBIT-Basis auf 258 Millionen Euro, das entspricht einen Anstieg um 27,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Wachstum in Online- und Servicegeschäft

Treiber waren vor allem das Online-Geschäft, das im Quartal um 12,2 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro wuchs, sowie ertragsstarke Segmente wie Services & Solutions (+9,8 %) und Retail Media. Das Marktplatzgeschäft verzeichnete ein Umsatzplus von über 90 Prozent und expandierte nach Polen. Eigenmarken profitierten von Kooperationen, darunter eine neue Audio-Linie mit Robbie Williams.

Diese Entwicklung ist für das Unternehmen nicht nur ein Erfolg im Tagesgeschäft, sie bildet auch den wirtschaftlichen Hintergrund für eine strategische Zäsur. Ende Juli legte der chinesische Onlinehändler JD.com ein Übernahmeangebot von 4,60 Euro je Aktie vor, was Ceconomy mit rund vier Milliarden Euro bewertet. Mehrere Großaktionäre, darunter Haniel, Beisheim, Freenet und die Convergenta-Holding der Gründerfamilie Kellerhals, haben bereits zugestimmt. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären die Annahme.

Strategische Bedeutung des Angebots

Mit dem Einstieg von JD.com würde erstmals ein chinesischer Technologiekonzern eine zentrale Plattform des europäischen Elektronikeinzelhandels kontrollieren. JD.com will Technologie, Logistik und Omnichannel-Know-how einbringen, um Ceconomys Umbau vom Händler zur Service- und Plattformorganisation zu beschleunigen. Für das Sortiment könnte das mehr Präsenz chinesischer Marken bedeuten, vom Smartphone über Haushaltsgeräte bis hin zu E-Mobilität.

Der Schritt ist auch Teil eines breiteren Musters: Chinesische Konzerne drängen zunehmend nach Europa, da ihr Heimatmarkt nur noch begrenztes Wachstum bietet und Handelskonflikte mit den USA die Expansion in Nordamerika erschweren. Europa bietet dagegen Zugang zu etablierten Absatzmärkten, Handelsinfrastruktur und Kundengruppen, die chinesische Anbieter bislang nur eingeschränkt direkt erreichen.

Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die EU-Kommission, die kartellrechtliche und außenwirtschaftliche Aspekte prüfen wird. Vereinbart sind drei Jahre Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen und Standortschließungen sowie fünf Jahre Bestandsgarantie für Markenarchitektur und Management. Gewerkschaften fordern, diese Zusagen zu verlängern. Der Vollzug ist für das erste Halbjahr 2026 geplant, anschließend soll Ceconomy von der Börse genommen werden.

Für das laufende Geschäftsjahr hat das Management seine Prognose bestätigt: Der Umsatz soll währungs- und portfoliobereinigt moderat steigen, das bereinigte EBIT bei rund 375 Millionen Euro liegen. Ob und wie schnell der geplante Eigentümerwechsel diese Ziele beeinflusst, hängt von der regulatorischen Prüfung und der Umsetzung der Integration ab.

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