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1&1 verliert Mobilfunkkunden, steigert aber das Ergebnis

Nach der Neuausrichtung seines Discount-Portfolios zählt 1&1 weniger Mobilfunkverträge. Auch der Service-Umsatz ging im ersten Halbjahr leicht zurück. Dennoch verbesserte der Anbieter sein Ergebnis deutlich und hält an der Prognose für 2026 fest.
Ralph Dommermuth

1&1-Gründer Ralph Dommermuth: Nach der Neuordnung des Discount-Portfolios ist die Zahl der Mobilfunkverträge gesunken, gleichzeitig verbesserte der Anbieter sein Ergebnis

© 1&1

1&1 hat im ersten Halbjahr 2026 rund 150.000 Mobilfunkverträge verloren. Allein im April verringerte sich der Bestand um etwa 100.000 Verträge. Das Unternehmen führt den Rückgang auf die Anfang April vorgenommene Neuausrichtung seines Discount-Portfolios zurück.

Im Zuge der Änderungen stellte 1&1 die Vermarktung besonders niedrigpreisiger Tarife ein. Zudem reduzierte der Anbieter die enthaltenen Datenvolumina bei leistungsstarken Tarifen. Insgesamt sank der Vertragsbestand im ersten Halbjahr um 140.000 auf 16,18 Millionen Verträge. Davon entfielen zum Ende des Berichtszeitraums 12,33 Millionen auf Mobilfunkverträge. Die Zahl der Breitbandverträge erhöhte sich seit Jahresbeginn dagegen um 10.000 auf 3,85 Millionen.

Der Umsatz von 1&1 stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 1,6 Prozent auf knapp 2,27 Milliarden Euro. Der Service-Umsatz blieb dagegen mit rund 1,80 Milliarden Euro um 1,1 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert.

Unterschiedliche Entwicklung der Segmente

Trotz des niedrigeren Vertragsbestands und des rückläufigen Service-Umsatzes verbesserte 1&1 sein Ergebnis. Das EBITDA stieg um 5,1 Prozent auf 382,7 Millionen Euro. Die beiden Geschäftssegmente entwickelten sich dabei unterschiedlich.

Im Segment Consumer & Small Business ging das EBITDA um 5,6 Prozent auf 391,3 Millionen Euro zurück. Deutlich verbessert hat sich dagegen das Segment Enterprises & Networks. Hier verringerte sich der EBITDA-Verlust von 50,3 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 8,6 Millionen Euro.

Unter dem Strich erhöhte sich das EBIT um 61,1 Prozent auf 111,3 Millionen Euro. Neben dem gestiegenen EBITDA führt 1&1 dies auf insgesamt niedrigere Abschreibungen zurück. Das Ergebnis je Aktie stieg von 0,04 auf 0,17 Euro. Der Cash-Capex belief sich im ersten Halbjahr auf 220 Millionen Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 266,9 Millionen Euro gewesen.

Prognose für 2026 bleibt bestehen

Für das Gesamtjahr erwartet 1&1 weiterhin einen Service-Umsatz auf dem Niveau von 2025. Einschließlich 1&1 Versatel hatte dieser im vergangenen Jahr bei rund 3,66 Milliarden Euro gelegen.

Das EBITDA soll von 689 Millionen Euro im Jahr 2025 auf rund 800 Millionen Euro steigen. Beim Cash-Capex rechnet das Unternehmen unverändert mit einem Volumen zwischen 500 und 550 Millionen Euro.

Auch den mittelfristigen Ausblick bestätigt 1&1. Für 2027 und 2028 erwartet das Unternehmen jeweils ein operatives EBITDA-Wachstum von rund 100 Millionen Euro. Der Cash-Capex soll in beiden Jahren auf dem für 2026 geplanten Niveau liegen.

Die Konzernmutter United Internet steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 3,3 Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro. Das EBITDA legte um 5,1 Prozent auf 676 Millionen Euro zu. Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge erhöhte sich um 550.000 auf 30,27 Millionen. Das Wachstum stammte aus den Segmenten Ionos sowie Mail & Media und glich den Rückgang bei 1&1 mehr als aus. Auch United Internet bestätigte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

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