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Lesedauer 3 Min.

1&1 und Deutsche Glasfaser kooperieren

1&1 wird künftig auch die Glasfasernetze von Deutsche Glasfaser nutzen. Über 2,5 Millionen Haushalte in ländlichen und suburbanen Regionen erhalten dadurch Zugang zu Gigabit-Anschlüssen von 1&1.

Glasfaserausbau im ländlichen Raum: Durch die Kooperation von 1&1 und Deutsche Glasfaser sollen über 2,5 Millionen Haushalte Zugang zu schnellen Internetanschlüssen erhalten

© (Quelle: Deutsche Glasfaser)

Mit einer langfristigen Vereinbarung erweitert 1&1 sein Glasfaserangebot deutlich: Der Anbieter bindet künftig die regionalen Netze von Deutsche Glasfaser an das eigene Transportnetz an. Damit erhalten mehr als 2,5 Millionen Haushalte sowie kleinere Unternehmen und Freiberufler die Möglichkeit, Glasfaseranschlüsse von 1&1 zu nutzen. Die Kooperation umfasst nicht nur die bestehenden Netze, sondern auch künftige Ausbaugebiete von Deutsche Glasfaser. Beide Unternehmen wollen so insbesondere ländliche und suburbane Regionen besser versorgen, in denen die Auswahl an Hochgeschwindigkeitsinternet bislang oft eingeschränkt ist.

Die lokalen Netze der Deutsche Glasfaser sollen dabei mit dem bundesweiten Glasfaser-Backbone von 1&1 Versatel verbunden werden. Andreas Pfisterer, CEO der Deutschen Glasfaser, sprach von einem „wichtigen Beitrag zur Erschließung ländlicher und suburbaner Regionen“. 1&1-CEO Ralph Dommermuth bezeichnete die Zusammenarbeit als „wichtigen Schritt zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur“.

Die Vereinbarung ist Teil einer breiter angelegten Glasfaserstrategie von 1&1. Das Unternehmen verfügt mit seiner Tochter Versatel bereits über eines der größten privaten Glasfasernetze Deutschlands mit mehr als 65.000 Kilometern Länge. Darüber hinaus vermarktet 1&1 seit Ende 2021 auch FTTH-Anschlüsse der Deutschen Telekom im Wholesale-Modell. Zusätzlich bestehen Kooperationen mit einer Reihe von City-Carriern wie NetCologne, M-net, wilhelm.tel oder EWE Tel, die in ihren jeweiligen Regionen Glasfaser bis ins Haus bereitstellen.

Die Deutsche Glasfaser gilt als einer der wichtigsten Anbieter im ländlichen Raum und verfolgt seit Jahren ein Open-Access-Modell, das den Zugang zu ihren Netzen für andere Provider öffnet. Mit Unterstützung der Investoren EQT und OMERS baut das Unternehmen kontinuierlich aus und gilt als finanzstarker Player im deutschen Glasfasermarkt. Für 1&1 eröffnet die Partnerschaft direkten Zugang zu Millionen zusätzlicher Haushalte, ohne selbst neue Leitungsnetze bauen zu müssen.

Branchenbeobachter sehen darin eine logische Ergänzung der bisherigen Infrastrukturstrategie. Während Versatel vor allem Geschäftskunden und urbane Standorte abdeckt, erweitert die Deutsche Glasfaser die Reichweite in Regionen, die bislang oft unterversorgt waren. Für die Kunden bedeutet das eine größere Auswahl an Tarifen und Anbietern, für die Netzbetreiber eine bessere Auslastung ihrer Investitionen.

In der Praxis dürfte die Zusammenarbeit vor allem die Wettbewerbsbedingungen auf dem Land verbessern. Der Glasfaserausbau in Deutschland hat in den vergangenen Jahren zwar deutlich Fahrt aufgenommen, doch viele Kommunen außerhalb der Ballungsräume klagen weiterhin über eingeschränkte Versorgung und lange Wartezeiten. Kooperationen wie die nun vereinbarte sollen dazu beitragen, die Lücken schneller zu schließen und den Wettbewerb zu beleben.

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