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Lesedauer 3 Min.

Mitel macht das DECT-Headset zur Schnittstelle für KI-Workflows

Mit dem H60 bringt Mitel ein DECT-Headset auf den Markt, das weit mehr können soll als Telefonie. Mitarbeiter können darüber per Sprache auf Unternehmenssysteme zugreifen, KI-gestützte Prozesse auslösen und Alarme empfangen.
Mitel H60 DECT Headset

Im Einzelhandel können Mitarbeiter über das H60 beispielsweise Preise, Produktinformationen oder Lagerbestände per Sprache abfragen

© Mitel

Ein Headset als Zugang zu Geschäftsprozessen: Mit dem H60 erweitert Mitel seine SIP-DECT-Welt um ein Endgerät, das Frontline-Mitarbeiter per Sprache mit KI-Anwendungen und Unternehmenssystemen verbinden soll. Das neue Modell ist dafür nativ an das Mitel Workflow Studio angebunden.

Über Spracheingabe können Mitarbeiter beispielsweise Warenbestände prüfen, Aufgaben aktualisieren oder Informationen aus angebundenen Systemen abrufen. Technisch unterstützt das H60 dafür Speech-to-Text und Text-to-Speech. Die eigentlichen Prozesse und Integrationen laufen über Workflow Studio, das sich unter anderem mit CRM- und ERP-Systemen sowie weiteren Geschäftsanwendungen verbinden lässt.

Damit positioniert Mitel das Gerät nicht als Headset mit eingebauter KI, sondern als sprachgesteuerte Schnittstelle zu automatisierten Workflows. Über die Plattform lassen sich auch generative KI-Dienste einbinden. Welche Modelle und Dienste zum Einsatz kommen, hängt vom jeweiligen Workflow und den angebundenen Systemen ab.

Vom Lagerbestand bis zum Patientenruf

Die möglichen Anwendungen unterscheiden sich je nach Branche. Im Einzelhandel können Mitarbeiter beispielsweise Preise oder Lagerbestände abfragen, ohne dafür ein Display oder Handheld bedienen zu müssen. In der Logistik lassen sich Arbeitsanweisungen übermitteln und bestätigen. Im Gesundheitswesen nennt Mitel unter anderem Patienteninformationen, Medikamentenerinnerungen und die Weitergabe von Arbeitsaufträgen als mögliche Einsatzfelder.

„Durch die native Anbindung an das Kommunikations- und Automatisierungsökosystem von Mitel bringt das H60 KI-Funktionen, Sprachautomatisierung und den Zugriff auf Echtzeitdaten direkt zu Frontline-Mitarbeitenden“, sagt Martin Bitzinger, Senior Vice President of Product Management bei Mitel.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf zeitkritischen Anwendungen. Das Headset lässt sich mit dem Mitel SIP-DECT Event Manager verbinden. Dadurch können Ereignisse und Alarme aus IoT-Plattformen, Brandmeldeanlagen, Lichtrufsystemen oder Industrieanlagen verarbeitet und an die zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet werden.

Über frei konfigurierbare Tasten können Nutzer zudem Push-to-Talk-Verbindungen aufbauen, bestimmte Teams oder Abteilungen kontaktieren und Alarmierungen auslösen. Für den Einsatz in lauten Umgebungen verfügt das Gerät über Echounterdrückung und digitale Rauschunterdrückung.

Bestehende DECT-Infrastruktur als Basis

Für die Funkverbindung setzt das H60 auf die SIP-DECT-Infrastruktur von Mitel. Damit zielt der Hersteller vor allem auf Umgebungen, in denen Mitarbeiter mobil arbeiten und eine zuverlässige Sprachverbindung über größere Flächen benötigen, etwa in Krankenhäusern, Produktionsbetrieben, Lagern oder im Einzelhandel.

Die Verbindung mit Workflow Studio ist dabei der entscheidende Unterschied zu einem klassischen schnurlosen Headset. Die Low-Code-/No-Code-Plattform dient dazu, Kommunikationsfunktionen mit Geschäftsprozessen und Anwendungen von Drittanbietern zu verknüpfen. Mitel nennt unter anderem Integrationen mit Microsoft, Google und Salesforce; über Schnittstellen und Plugins können zudem generative KI-Dienste eingebunden werden.

Das Mitel H60 DECT Headset soll ab dem 31. Juli weltweit verfügbar sein. Einen Preis nennt der Hersteller bislang nicht.

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