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Lesedauer 4 Min.

Euronics macht Reparatur sichtbar: Repair Corners am Point of Sale

Die Verbundgruppe etabliert in Pilotmärkten sichtbare Reparaturstationen – finanziert durch ein EU-Projekt zur Kreislaufwirtschaft. Drei Standorte sind bereits gestartet, weitere sollen folgen.

Die neue Repair Corner bei Euronics XXL Lauterbach

© (Quelle: Euronics)

Reparatur statt Neukauf: Was in der Theorie oft gefordert wird, setzt Euronics Deutschland nun praktisch um. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts „Life EPICS – Electronic Products: Impacts on Circular Economy and Sustainable Development“ installiert die Verbundgruppe sogenannte Repair Corners direkt auf der Verkaufsfläche teilnehmender Märkte. Kunden können defekte Elektrogeräte dort zur Reparatur abgeben – prominent platziert, modern gestaltet und mit direkter Anbindung an Werkstätten.

Die ersten beiden Stationen gingen im Mai 2025 in den Pilotmärkten Euronics XXL Lauterbach und Euronics XXL Johann & Wittmer in Ratingen an den Start. Seit August folgte ein dritter Standort bei Euronics Dworak in Nordkirchen. Das Projekt wird gemeinsam mit Partnerländern aus Frankreich, Spanien, Estland und Lettland umgesetzt und von der Europäischen Kommission finanziert.

Sichtbarkeit als Strategie

„Mit den Repair Corners rücken wir die Reparatur noch weiter in den Fokus: sichtbar und mit echtem Mehrwert für die Endkunden“, erklärt Verena Dvořák, Leitung Customer Service Center bei Euronics. „Neukauf und Reparatur gehen bei uns Hand in Hand, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit und der Kreislaufwirtschaft.“

Entscheidend ist die Positionierung: Die Stationen stehen bewusst in der Nähe der Kassenbereiche, um maximale Sichtbarkeit zu garantieren. Das Design ist modern, die Materialien nachhaltig: recyceltes Holz, PVC-freie Beschriftungen und Stoffbanner. Jede Station ist mit einer angeschlossenen Werkstatt verbunden, die schnelle und fachgerechte Reparaturen ermöglichen soll.

Damit macht Euronics ein Serviceangebot sichtbar, das im Elektrofachhandel oft im Verborgenen bleibt. Während viele Händler Reparaturdienste anbieten, fehlt häufig die prominente Kommunikation am Point of Sale. Die Repair Corners setzen genau hier an: Sie holen das Thema Reparatur aus der Werkstatt direkt auf die Fläche.

Mehr als nur Hardware

Das Life-EPICS-Projekt umfasst aber mehr als die physischen Stationen. Ein zentraler Bestandteil sind Schulungen und Fortbildungen für Mitarbeitende rund um Reparatur, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Zudem kommen innovative Analyse- und Diagnosetools zum Einsatz, die den Reparaturprozess effizienter gestalten sollen.

Euronics knüpft mit der Initiative an eine bestehende Tradition an: Viele Mitgliedsbetriebe führen eigene Werkstätten. Die Verbundgruppe baut das Thema Service seit Jahren konsequent aus und positioniert sich mit Life EPICS nun auch strategisch als Vorreiter im Bereich Kreislaufwirtschaft.

Hintergrund: Regulatorischer Druck steigt

Der Vorstoß kommt nicht zufällig. Die EU verschärft die Anforderungen an Hersteller und Handel kontinuierlich: Mit dem Recht auf Reparatur, verlängerten Gewährleistungspflichten und künftigen Vorgaben zur Reparierbarkeit von Produkten wächst der Druck, Reparaturangebote nicht nur anzubieten, sondern auch aktiv zu kommunizieren.

Für den Fachhandel eröffnen sich dadurch neue Chancen. Reparaturdienstleistungen können zu einem Differenzierungsmerkmal gegenüber Onlinekonkurrenz und Discountern werden – vorausgesetzt, sie sind für Kunden sichtbar und niedrigschwellig zugänglich.

Euronics testet mit den Repair Corners ein Modell, das serviceorientierte Fachhändler beobachten sollten. Ob das Konzept auf weitere Märkte ausgerollt wird, hängt wohl auch von den Erfahrungen in den Pilotstandorten ab. Die EU-Förderung durch Life EPICS verschafft der Verbundgruppe dabei einen Startvorteil: Investitionen in Ausstattung, Schulung und Prozesse werden zumindest teilweise extern finanziert.

Für Systemhäuser und ITK-Fachhändler, die ebenfalls Reparatur- und Serviceleistungen anbieten, könnte der Ansatz interessant sein. Auch hier gilt: Wer Services nicht sichtbar macht, verschenkt Potenzial. Die Frage ist nicht, ob Reparatur angeboten wird, sondern wie präsent sie im Kundenkontakt ist.

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