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Lesedauer 3 Min.

Digitalisierung der deutschen Wirtschaft zu langsam

Der Bitkom hat deutsche Unternehmen zu ihrer Sicht auf das Thema Digitalisierung befragt. Dabei zeigten sich Ambitionen und guter Wille, aber auch große Probleme bei der Umsetzung.
© (Quelle: Wirestock Creators / Shutterstock)

Die Digitalisierung in der deutschen Industrie ist kein Selbstläufer, sondern eine große Herausforderung: Das zeigt eine repräsentative Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigte im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom.

Dabei zeigen sich viele Sorgen: 82 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, die aktuelle Krise der deutschen Wirtschaft sei auch eine Krise zögerlicher Digitalisierung. 73 Prozent sagen, durch zu langsame Digitalisierung habe die deutsche Wirtschaft Marktanteile verloren, und 78 Prozent befürchten, ohne Digitalisierung werde Deutschland wirtschaftlich absteigen.

Erstmals gab eine Mehrheit (53 Prozent) der Unternehmen an, Probleme zu haben, die Digitalisierung zu bewältigen. In den Vorjahren war der Optimismus größer. Nur noch 32 Prozent sehen das eigene Unternehmen als Vorreiter bei der Digitalisierung (2024: 37 Prozent), aber 64 Prozent als Nachzügler (2024: 62 Prozent) und 2 Prozent meinen sogar, sie hätten den Anschluss verpasst (2024: 0 Prozent).

Deutsche Unternehmen tun sich auch weiter schwer damit, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln. Zwar geben 46 Prozent an, dass sich aufgrund der Digitalisierung ihr Geschäftsmodell verändert. Aber nur 3 Prozent fällt die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle leicht und 13 Prozent eher leicht. Umgekehrt fällt dies 28 Prozent eher schwer, 23 Prozent sehr schwer – und 31 Prozent entwickeln überhaupt keine digitalen Geschäftsmodelle.

„Die Unternehmen lassen sich Zeit bei der Digitalisierung. Sie wollen sich schrittweise in die digitale Welt bewegen, nicht disruptiv. Wenn wir Anschluss an die Spitzengruppe halten wollen, müssen wir ehrgeiziger und schneller werden“, fordert der Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.

Eine Reihe digitaler Technologien ist inzwischen zumindest in den Unternehmen angekommen oder steht kurz vor der Einführung. So nutzen 44 Prozent bereits Big Data, nach 37 Prozent vor einem Jahr. Weitere 38 Prozent sind in der Planungs- oder Diskussionsphase. Robotik nutzen 38 Prozent (2024: 36 Prozent), 34 Prozent überlegen dies derzeit. Das Internet of Things (IoT) kommt in 37 Prozent der Unternehmen zum Einsatz (2024: 30 Prozent), 45 Prozent denken darüber nach. Virtual und Augmented Reality (VR/AR) verwenden derzeit 32 Prozent (2024: 29 Prozent), 24 Prozent planen es oder diskutieren darüber. 22 Prozent nutzen autonome Fahrzeuge (2024: 18 Prozent), 32 Prozent überlegen noch. Auf Künstliche Intelligenz setzen inzwischen 17 Prozent (2024: 13 Prozent), 40 Prozent sind in der Planungs- oder Diskussionsphase.

Und noch eine gute Nachricht: Trotz andauernder Rezession wollen viele Unternehmen im laufenden Jahr in ihre digitale Transformation investieren. 10 Prozent wollen deutlich mehr und 19 Prozent wollen eher mehr für Digitalisierung ausgeben als noch im Vorjahr. Umgekehrt wollen nur 7 Prozent deutlich weniger investieren und 18 Prozent etwas weniger. Der größte Teil will seine Digitalisierungsinvestitionen konstant halten.

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