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Lesedauer 3 Min.

Deutschland wird Steuerzentrale für Vodafones Satelliten-Netz

Vodafone und AST SpaceMobile richten in Deutschland das Betriebszentrum für ihr europäisches Satelliten-Netzwerk ein. Von hier aus sollen künftig Steuerung und Sicherheit der weltraumgestützten Mobilfunkverbindungen koordiniert werden.

Europas digitale Souveränität im Blick: Das neue Satelliten-Betriebszentrum von Vodafone und AST SpaceMobile soll von Deutschland aus die Steuerung des europäischen Netzes übernehmen

© (Quelle: Vodafone)

Deutschland soll Standort für das Betriebszentrum des Satellitenprojekts von Vodafone und AST SpaceMobile werden. Die Zentrale soll – voraussichtlich in der Nähe von München oder Hannover – das Satelliten-Netzwerk für ganz Europa steuern, überwachen und die Verbindungen zu nationalen Mobilfunknetzbetreibern koordinieren. Noch laufen die Verhandlungen über den Standort, der Betrieb soll 2026 beginnen.

AST SpaceMobile errichtet eines der ersten satellitengestützten Breitbandnetze, das direkt mit handelsüblichen Smartphones funktioniert. Nutzerinnen und Nutzer benötigen dafür weder spezielle Geräte noch Zusatzhardware. Der Dienst soll Lücken in der Mobilfunkversorgung schließen, insbesondere in ländlichen Regionen, auf See oder bei Katastrophenfällen, wenn terrestrische Netze ausfallen.

Steuerung mit europäischen Sicherheitsstandards

Mit dem deutschen Betriebszentrum wollen Vodafone und AST SpaceMobile auch Europas digitale Souveränität stärken. Alle Steuerungs- und Verschlüsselungsprozesse sollen europäischen Sicherheitsanforderungen genügen. Dafür ist ein spezieller „Befehlsschalter“ vorgesehen, über den sich Kommunikationsschlüssel, Abdeckungskreise und Satellitenverbindungen zentral anpassen oder bei Bedarf deaktivieren lassen.

Die Satellitenkonstellation von AST SpaceMobile ist bereits bei der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) registriert. Ergänzend entstehen in mehreren europäischen Ländern Bodenstationen, sogenannte Gateways, die zwischen den Satelliten und den terrestrischen 4G/5G-Netzen vermitteln. So können Endgeräte künftig automatisch zwischen weltraum- und bodengestützter Abdeckung wechseln.

Vodafone-Chefin Margherita Della Valle sieht im Satellitenprojekt einen wichtigen Schritt hin zu einer sicheren und unabhängigen Kommunikationsinfrastruktur für Europa

© Quelle: Vodafone

Vodafone-Chefin Margherita Della Valle bezeichnete das Projekt als „souveräne Satellitenlösung für ganz Europa“. Ziel sei, eine sichere und ausfallsichere Kommunikationsinfrastruktur bereitzustellen, die bestehende Mobilfunknetze ergänzt. Abel Avellan, Gründer und CEO von AST SpaceMobile, kündigte an, das deutsche Betriebszentrum werde das „Kommandozentrum“ für die europäische Satellitenflotte BlueBird bilden.

Bedeutung für Mobilfunk und Katastrophenschutz

Die neue Infrastruktur soll nicht nur Funklöcher schließen, sondern auch öffentliche Schutz- und Rettungsdienste unterstützen. Über das Satelliten-Netz könnten künftig Notfallkräfte selbst in abgelegenen Gebieten direkt mit handelsüblichen Smartphones kommunizieren. Damit würde das Projekt auch in die europäische Initiative für kritische Kommunikationssysteme (EUCCS) eingebunden.

Noch sind nicht alle technischen und regulatorischen Fragen geklärt. Der Aufbau einer europaweiten Satellitenkommunikation erfordert erhebliche Investitionen und die Abstimmung über Frequenzen und Sicherheitsvorgaben. Fest steht jedoch: Mit dem geplanten Betriebszentrum wird Deutschland zu einem zentralen Standort der künftigen europäischen Satellitenkommunikation und zum Bindeglied zwischen Himmel und Boden im neuen Netzzeitalter.

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