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Lesedauer 3 Min.

Blaulicht bekommt Vorfahrt im Mobilfunknetz

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sollen künftig im Mobilfunknetz bevorzugt kommunizieren können. Telekom und Motorola Solutions haben dazu eine Vereinbarung geschlossen, die neue mission-kritische Dienste auf LTE- und 5G-Basis vorsieht.

Telekom und Motorola Solutions bringen Mission-Critical-Dienste ins 5G-Netz

© (Quelle: Telekom)

Die Deutsche Telekom will die Kommunikation von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) auf eine neue technische Grundlage stellen. Gemeinsam mit Motorola Solutions startet der Konzern eine Plattform für sogenannte Mission-Critical Services (MCx). Ziel ist es, Einsatzkräften einen priorisierten Zugriff auf Sprache, Daten, Bilder und Videos im Mobilfunknetz zu verschaffen – auch in Situationen, in denen die Netze stark ausgelastet sind.

Priorität für Einsatzdaten

Die Lösung kombiniert MCx-Technologie mit dem Prinzip des Network Slicing. Damit lassen sich im Mobilfunknetz bestimmte Kapazitäten für definierte Nutzergruppen reservieren. Für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste bedeutet das: Ihre Verbindungen erhalten Vorrang, wenn es um den Austausch einsatzkritischer Informationen geht. Telekom-Manager Gottfried Ludewig vergleicht das mit einem Blaulicht im Netz – Datenpakete der Einsatzkräfte sollen sich ähnlich wie Einsatzfahrzeuge auf der Straße bevorzugt bewegen.

MCx steht in der Fachsprache für standardisierte Mission-Critical Services, die über herkömmliche Sprachkommunikation hinausgehen. Neben Push-to-Talk-Funktionen umfasst dies den Austausch von Videos und Daten in Echtzeit. Eine zentrale Anforderung ist die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Organisationen: Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sollen über eine gemeinsame technische Plattform kommunizieren können. Die neue Lösung sieht außerdem Schnittstellen zu den bestehenden Tetra-Funkgeräten vor, die bislang noch im Behördenfunk eingesetzt werden. Damit sollen auch ältere Systeme eingebunden bleiben.

Network Slicing wird häufig mit einer „Rettungsspur im Mobilfunk“ verglichen: Auch wenn bei Großlagen oder Großveranstaltungen viele Menschen gleichzeitig telefonieren und Daten übertragen, bleibt für BOS eine gesicherte Kommunikationsspur frei. Nach Angaben der Telekom wurde diese Technik bereits mit der Bundespolizei getestet und auch bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 erfolgreich eingesetzt.

Die Vereinbarung mit Motorola Solutions markiert einen weiteren Schritt, mit dem sich die Telekom für die Modernisierung des Behördenfunks positioniert. Motorola gilt als etablierter Anbieter von sicherheitskritischen Kommunikationslösungen und bringt nach eigenen Angaben Erfahrungen aus weltweiten Projekten mit Millionen Nutzern ein.

Von Tetra zu Breitband

Neben der Kooperation mit Motorola verweist die Telekom auf bestehende Projekte mit Bund, Ländern und Kommunen. So nutzen rund 150.000 Polizeibeamte in Deutschland Telekom-Lösungen im Bereich Führungs- und Leitsysteme. T-Systems wird zudem ein neues Einsatzleitsystem für Thüringen bereitstellen. Auch im Bereich der Drohnendetektion arbeitet die Telekom mit Sicherheitsbehörden zusammen.

Das aktuelle Tetra-System, das Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste seit vielen Jahren einsetzen, gilt als zuverlässig, ist aber in seinen Möglichkeiten zur Datenübertragung stark begrenzt. Mit der Integration von MCx-Diensten in LTE- und 5G-Netze soll nun die Basis für eine breitbandfähige und zukunftssichere Kommunikation gelegt werden.

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