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Lesedauer 3 Min.

ADN Transformation Day: KI braucht mehr als eine Lizenz

Beim ADN Transformation Day in Essen diskutierten knapp 600 Partner, wie KI im Channel wirklich Fahrt aufnimmt und warum Lizenzen allein nicht reichen.
Hermann Ramacher

ADN-Gründer und Geschäftsführer Hermann Ramacher beim Transformation Day 2026 in Essen

© ADN / Dustin Bialas

Der ADN Transformation Day, der Anfang Mai im Congress Center Ost in Essen stattfand, hat eine klare Botschaft hinterlassen: KI-Projekte scheitern nicht an der Technologie, sondern am Menschen. Wer KI im Unternehmen verankern will, kommt mit dem reinen Lizenzverkauf nicht mehr weit. Gefragt ist strategische Beratung, die Technik, Prozesse und Compliance zusammendenkt. Hermann Ramacher, Gründer und Geschäftsführer des Bochumer Value Added Distributors, brachte es in seiner Keynote auf den Punkt: „Der Erfolg entscheidet sich am Arbeitsplatz – nicht im Rechenzentrum.“

Change-Management schlägt Technologie

Die größte Hürde ist dabei nicht die Implementierung, sondern das Change-Management: Mitarbeitende müssen KI im Alltag akzeptieren und erleben, wie sie sie bei repetitiven Aufgaben konkret entlastet. Ohne diesen Schritt bleibe jeder Transformationsversuch wirkungslos. Partner, die diesen Weg mitgehen, erschließen sich neue, margenstarke Geschäftsfelder – nicht im Lizenzgeschäft, sondern in der Durchdringung und Neugestaltung von Prozessen beim Kunden.

Ein konkretes Beispiel liefert das Programm „How to Specialize“, mit dem ADN Partner dabei unterstützt, ihre Azure-Kompetenz gezielt zu zertifizieren. In einem Markt, der von komplexen Cloud- und KI-Technologien geprägt ist, reiche eine breite Aufstellung allein nicht mehr aus. Die drjve AG etwa erreichte ihre Azure-Spezialisierung in nur sechs Wochen, und damit Zugang zu Microsoft-Förderungen sowie einen messbaren Wettbewerbsvorteil in Ausschreibungen.

Souveränität als Differenzierungsmerkmal

Auch das Thema Datensouveränität gewann auf dem Transformation Day an Gewicht. Mit Plotdesk, einer deutschen KI-Plattform, die mehr als 50 KI-Modelle bündelt und vollständig DSGVO-konform in Deutschland betrieben wird, zeigt ADN, wie sich Innovationsfähigkeit und Datenkontrolle vereinbaren lassen. Für viele Unternehmen ist das ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl ihrer KI-Infrastruktur. 

Dass KI gleichzeitig neue Risiken mit sich bringt, war ebenfalls Thema: Angriffsszenarien wie Prompt Injection oder KI-gestütztes Phishing erweitern die Bedrohungslage erheblich. Security und Compliance sind kein Add-on, sondern integraler Bestandteil jeder KI-Strategie.

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